Umkehrapplikationen

Umkehr- was?

Letzten Montag durfte ich an einer superspannenden Weiterbildung teilnehmen.



Uns wurde von Monika Künti, einer Flechtwerkgestalterin, die Arbeitsweise der Kuna-Indianer erklärt. Bekannter sind diese textilen Werke auch unter dem Namen "Mola - Applikationen". Da die Molaapplikation aus Panama stammt, es aber viele andere Länder gibt, wo solche Applikationen genäht werden, ist der Name "Mola" (was ganz genaugenommen nur die Bluse bezeichnet) eigentlich unzutreffend. Umkehrapplikation wäre also der korrekte Namen für diese Technik. Aber eben, diese etwas schwerfälligere Bezeichnung ist nicht geläufig.

Bei der Umkehrapplikation wird Stoff weggeschnitten und dann die Kanten festgenäht. Dabei wird immer wieder die neue Farbe der unteren Schicht erkennbar. Befühlt man die Stoffwerke, kann man deutlich die kleinen "Krater" ertasten.



Item, was wir gestichelt haben, ist wunderbar und macht unheimlich Spass.
Genäht wurde von Hand.
Stopp! Nicht abwinken und resignieren. Bei dieser Handarbeit kann man nichts falsch machen!
Auch die Ausrede, man könne nicht genau nähen, zählt nicht. Denn genau dieses Unperfekte gibt der Applikation ihren unverwechselbaren Charme. Und spannend wars immer wieder.



Erst wurden einige Stoffschichten übereinander geheftet. Danach durften wir nach Lust und Laune mit eine spitzen, kleinen Schere "Löcher" in die verschiedenen Stofflagen schneiden. Und immer wieder kamen neue Farbflecken zum Vorschein.



Die einzelnen Stofflagen haben wir mit verschiedenen Zierstichen verschönert oder mit normalem Faden fast unsichtbar festgenäht, wobei immer durch alle Stoffe gestochen wurde.
Ausdekoriert werden die Werke nach Bedarf mit Perlen oder weiteren Zierstichen.



Für Anfänger oder Kinder eignet sich dafür am besten Filz. Könner verwenden verschiedene Baumwollstoffe, die an den Kanten 2-3mm umgeschlagen werden, bevor sie festgenäht werden.



Am wirkungsvollsten ist eine einfache Formensprache mit organischen Formen.



Bei der Kreisappli habe ich zwei verschiedene Techniken gemischt. Der innerste, rote Kreis ist eine gewöhnlich Applikation, das heisst, er wurde einfach aufgenäht.




Erlaubt ist alles was gefällt. Das Potenzial ist riesig und selbst ganz einfache Arbeiten wirken super.

Die Zeit verging im Nu. Die Ideen dazu flogen mir nur so zu. Ich will noch Einiges ausprobieren.
Zum Beispiel eine Umkehrapplikation an der Nähmaschine mit den vielen tollen Zierstichen umsetzten oder das Ganze aus Papier ausprobieren in Anlehnung an die Farbstudien von Kandinsky oder ...




Du merkst, dass Thema kann einem ganz schön fesseln ;-).


Simone


Kommentare

  1. Liebe Rösi
    die vorgestellte Mola-Technik gefällt mir sehr. So fröhlich und bunt...es macht Lust es einmal zu probieren. Danke fürs Erklären und Vorstellen.
    Liebe Grüsse Eveline

    AntwortenLöschen
  2. Das war sicher ein ganz lässiger Kurs! Und Mola find ich toll, hab das zu Beginn meiner TW-Tätigkeit (he, das ist ja schon fast 25 Jahre her... wuah!) auch noch ab und zu gemacht. Nun ists aber absolut vergessen gegangen. Vielen Dank für die Erinnerung :-))
    LG, Gaby

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Genauso gings mir auch, hihihi...
      Liebe Grüsse Simone

      Löschen

Kommentar veröffentlichen

****************

Merci viel Mal für deine Zeilen.

****************


Beliebte Posts